Können zwei Module mit gleicher Leistung unterschiedliche Leistungsmerkmale aufweisen?
„Auf jeden Fall. Die Nennleistung entspricht dem unter Standard-Testbedingungen gemessenen Maximalwert, ist jedoch nur einer von mehreren Parametern, die berücksichtigt werden sollten. Sie allein gibt weder an, wie viel Energie das Modul im Laufe eines Tages tatsächlich erzeugen wird, noch wie gut es seine Leistung über die Jahre hinweg nach der Einwirkung von Temperaturschwankungen, Feuchtigkeit, Wind, Schnee und Hagel beibehalten wird.“
Welche konstruktiven Merkmale haben den größten Einfluss auf die Robustheit?
„Die mechanische Widerstandsfähigkeit eines Moduls hängt vom Zusammenspiel der gesamten Konstruktion ab und kann nicht auf ein einzelnes Element zurückgeführt werden.“
„Wenn ein Modul mechanischen Belastungen ausgesetzt ist, entstehen Spannungen, die sich über die gesamte Struktur verteilen. Entscheidend sind daher die Qualität der verwendeten Materialien – vom Glas und Rahmen über das Einkapselungsmaterial bis hin zu den Zellen –, die jeweiligen Materialbehandlungen sowie die Art und Weise, wie all diese Elemente miteinander verbunden und integriert werden.“
„Bei den Made in Italy-Modulen von Peimar verwenden wir 3,2 mm starkes Einfachglas, während wir bei bifazialen Modulen auf eine Doppelglas-Konfiguration von 2+2 mm setzen. Diese trägt dazu bei, die Gesamtsteifigkeit zu erhöhen und die Durchbiegung unter Belastung zu begrenzen. Die Glasstärke allein bestimmt jedoch nicht die Robustheit eines Moduls: Auch deutlich unterschiedliche Konstruktionskonzepte können bei entsprechender Auslegung eine hohe mechanische Widerstandsfähigkeit gewährleisten.“
„Das Vorspannen erhöht die Widerstandsfähigkeit des Glases gegenüber Stößen, mechanischen Belastungen und Temperaturschocks, während die Konstruktion des Moduls und des Rahmens dazu beiträgt, die auftretenden Lasten korrekt zu verteilen.“
„Auch die Qualität der Laminierung ist von entscheidender Bedeutung, um die Zellen zu schützen und ihre Integrität während der gesamten Betriebsdauer des Moduls zu erhalten.“
„Die Robustheit ist somit das Ergebnis des Zusammenspiels von Materialien, Behandlungen, Konstruktion und Qualität des Fertigungsprozesses.“
Lassen sich anhand von Zertifizierungen besonders widerstandsfähige Module erkennen?
„Zertifizierungen bestätigen die Einhaltung der in den Normen festgelegten Anforderungen durch standardisierte und reproduzierbare Prüfungen, die nach einheitlichen Kriterien durchgeführt werden können, auch in unterschiedlichen Prüflaboren.“
„Das bedeutet jedoch nicht, dass alle zertifizierten Module gleichwertig sind oder dass das Bestehen einer bestimmten Prüfung die Widerstandsfähigkeit gegenüber sämtlichen Umweltbedingungen garantiert. Entscheidend ist, welche Prüfungen durchgeführt wurden und wie gut sie den Bedingungen entsprechen, unter denen das Modul eingesetzt werden soll.“
„Die Module von Peimar sind nach IEC 61215 zertifiziert, die sich auf die Bauarteignung und Leistungsprüfung von Modulen bezieht, sowie nach IEC 61730, die die konstruktive und elektrische Sicherheit betrifft. Darüber hinaus umfasst das Sortiment Lösungen, die speziellen Prüfungen für besonders anspruchsvolle Umgebungsbedingungen unterzogen wurden, darunter IEC 61701 für Salznebel, IEC 60068-2-68 für Sand und Staub sowie IEC 62716 für Ammoniak, was insbesondere bei Agri-Photovoltaik- und landwirtschaftlichen Solaranwendungen von Bedeutung sein kann.“
„Zertifizierungen ermöglichen somit ein besseres Verständnis dafür, für welche Betriebsbedingungen ein Modul entwickelt und geprüft wurde. Sie ermöglichen jedoch keine Rangliste der Robustheit der auf dem Markt erhältlichen Produkte.“
Wie erfüllen die Peimar-Module diese Anforderungen an Qualität und Zuverlässigkeit?
„Bei Peimar betrachten wir die Qualität eines Moduls als das Ergebnis eines Prozesses, der in jeder einzelnen Phase kontrolliert werden muss. Deshalb legen wir besonderen Wert auf die Auswahl und Rückverfolgbarkeit der Komponenten, die Konstanz ihrer Eigenschaften sowie die während der Produktion durchgeführten Kontrollen. Ziel ist es nicht nur, eine gute Leistung zu erzielen, wenn das Modul neu ist, sondern diese über seine gesamte Betriebsdauer hinweg aufrechtzuerhalten.“
„Besondere Aufmerksamkeit gilt auch dem PID (Potential Induced Degradation), einem Phänomen, das unter bestimmten Spannungs-, Temperatur- und Feuchtigkeitsbedingungen zu einem fortschreitenden Leistungsverlust führen kann. Ein weiterer wichtiger Aspekt ist das Verhalten bei geringer Einstrahlung, um auch bei weniger intensiver Sonneneinstrahlung eine gute Energieproduktion zu gewährleisten.“
„Letztendlich bedeuten die gleichen Wattzahlen nicht zwangsläufig die gleiche Qualität, und eine höhere Nennleistung führt nicht automatisch zu einer höheren Energieproduktion – weder täglich noch jährlich noch über die gesamte Lebensdauer der Anlage. Entscheidend ist auch die Fähigkeit des Moduls, seine Leistung und Zuverlässigkeit langfristig aufrechtzuerhalten.“

